
Moto Guzzi Treffen 2026 fränkische Schweiz

Tag 1
Anreise bei sechs Grad und Nieselregen und mehr Regen
Am Freitagmorgen trafen sich zehn Moto-Guzzi-Fahrer zur gemeinsamen Anfahrt ins 3. Moto-Guzzi-Treffen nach Obertrubach in der Fränkischen Schweiz.
Schon auf dem Parkplatz war klar: Das wird heute keine entspannte Frühjahrsausfahrt.
Der Himmel hing grau und tief über den Motorrädern, das Thermometer pendelte irgendwo um die sechs Grad, und dieser feine, dauernde Nieselregen kroch langsam durch jede noch so teure Motorradkleidung.
Natürlich stand trotzdem einer zwischen den Maschinen und sagte optimistisch: „Vielleicht hört’s später ja auf.“
Tat es natürlich nicht.
Die modernen italienischen Maschinen glänzten trotzdem eindrucksvoll im nassen Morgenlicht. V100 Mandello, Stelvio, V85 TT – geschniegelt bis ins Detail. Die TFT-Displays leuchteten tapfer durch die trübe Suppe, Heizgriffe liefen schon vor dem Losfahren auf höchster Stufe und irgendwo wurde noch hektisch am Handy geprüft, ob die Sitzheizung wirklich aktiviert ist.
Früher kontrollierte man Benzinhahn und Choke. Heute eher Bluetooth-Verbindung und Außentemperaturwarnung.
Los ging’s trotzdem pünktlich – zumindest nach italienischem Zeitverständnis.
Die Route führte über kleine Landstraßen Richtung Fränkische Schweiz. Eigentlich perfekte Motorradstrecken. Wären da nicht die dauerhaft feuchten Handschuhe gewesen und dieser leichte Regen, der nie richtig stark wurde, aber einfach nicht aufhörte. Schon nach wenigen Kilometern hatten die ersten Fahrer dieses typische Wettertour-Gesicht: leicht verkrampft, konzentriert und mit der Hoffnung auf den nächsten warmen Kaffee.
Während früher irgendwo immer einer mit Vergaserproblemen am Straßenrand stand, diskutierte man heute eher darüber, welche Griffheizung die Finger schneller wieder auftaut. Einer schwor auf Stufe drei, der andere auf beheizbare Handschuhe, und irgendeiner meinte trocken: „Ohne den ganzen Heizkram wär ich spätestens hinterm ersten Dorf wieder umgedreht.“
Trotz des Wetters zeigte sich schnell, warum die neuen Moto Guzzis inzwischen richtig gute Tourenmotorräder geworden sind. Die V2-Motoren bollerten satt und typisch italienisch durch die feuchte Morgenluft, während ABS, Traktionskontrolle und Fahrmodi im Hintergrund zuverlässig ihren Dienst verrichteten. Gerade auf den nassen Straßen vermittelte das erstaunlich viel Sicherheit. Selbst die skeptischen Fahrer mussten irgendwann zugeben: „Des Wetter isch echt beschissen … aber fahren lässt sich des Ding brutal gut.“
In den kleinen Ortschaften zog der Konvoi trotzdem die Blicke auf sich. Zehn moderne Guzzis hintereinander wirken wie eine italienische Delegation auf geheimer Mission – diesmal allerdings mit Regentropfen auf den Visieren und leicht steifen Schultern.
Leute blieben unter Vordächern stehen, Kinder winkten und ältere Herren nickten anerkennend. Wahrscheinlich dachten sie einfach: „Die haben doch alle einen Schlag.“
Die erste Pause wurde dann weniger zur Benzin- und Technikdiskussion als vielmehr zur kollektiven Auftau-Aktion. Einer hielt die Hände direkt an den warmen Zylinderkopf, zwei philosophierten über die perfekte Regenkombi und mindestens einer versuchte seit zehn Minuten erfolglos, den Menüpunkt für die Sitzheizung zu finden.
Der Satz des Tages fiel schließlich neben der Kaffeemaschine: „Früher war weniger Elektronik … aber bei sechs Grad und Regen will ich nix mehr davon missen.“
Je näher die Gruppe der Fränkischen Schweiz kam, desto schöner wurde die Strecke. Lange Kurven, nasser Asphalt, dunkle Wälder und kleine Dörfer zwischen Felsen und Hügeln – eigentlich perfektes Motorradgebiet.
Wenn man seine Finger noch richtig bewegen kann.
Die modernen Guzzis spulten die Kilometer jedenfalls souverän ab. Ruhig, stabil und mit genau diesem besonderen Charakter, den nur Moto Guzzi hinbekommt.
Und obwohl heute Connectivity-App, Fahrmodi und Assistenzsysteme mitfahren, blieb das Wichtigste unverändert: dieses zufriedene Grinsen nach jeder gelungenen Kurve. Auch wenn es wegen der Kälte inzwischen etwas eingefroren wirkte.
Als die zehn Maschinen schließlich in Obertrubach einrollten, stiegen Fahrer ab, die aussahen, als hätten sie gerade einen verregneten Alpenpass hinter sich gebracht – müde, leicht durchgefroren, aber sichtbar zufrieden.
Denn eines war klar: Die neuen Moto Guzzis können inzwischen alles, was moderne Motorräder können. Nur eben mit mehr Stil, mehr Charakter und dieser typisch italienischen Seele.
Oder wie einer beim Absteigen trocken meinte: „Fährt brutal gut … aber warm wird’s heut glaub nimmer.“
Tag 2
Rundtour Teufelshöhle und Kathi Bräu
Am Samstag bebte die Fränkische Schweiz – allerdings nicht wegen eines Erdbebens, sondern wegen mehr als 40 Moto Guzzi Fahrern, die sich zum 3. Moto Guzzi Treffen in Obertrubach versammelt hatten. Und wer jetzt an ölverschmierte Oldtimer und Dauerhupen denkt, lag komplett daneben: Diesmal rollte die moderne Guzzi-Fraktion an. V85TT, V100 und jede Menge Stelvios – geschniegelt, geschniegelt und geschniegelt. Fast hätte man meinen können, Moto Guzzi hätte eine Außendiensttagung einberufen.
Pünktlich am Morgen füllte sich der Parkplatz mit dem typischen Konzert aus V2-Gebrabbel, Cappuccino-Gesprächen und dem gegenseitigen Begutachten von Zubehör, das „eigentlich völlig unnötig“ war, aber trotzdem jeder haben wollte. Besonders beliebt: die Diskussion darüber, welche Scheibe nun wirklich die wenigsten Verwirbelungen erzeugt. Ergebnis wie jedes Jahr: keine.
Dann ging’s los. Der lange Guzzi-Tross setzte sich in Bewegung und schlängelte sich von Obertrubach aus über die legendären Straßen der Fränkischen Schweiz. Bereits an der Weinstrasse bei Allersdorf wurde klar: Diese Tour hatte alles – enge Kurven, fantastische Ausblicke und genügend Höhenmeter, um bei manchen Navigationsgeräten leichte Schnappatmung auszulösen.
Spätestens hinter Rackersberg war die Gruppe endgültig im Flow. Die V85TT-Fraktion wedelte locker durch die Kurven, während die Stelvio-Piloten souverän wirkten, als würden sie gleich weiter bis ans Nordkap fahren. Die Fahrer der neuen V100 wiederum nutzten jede halbwegs freie Gerade, um den anderen zu zeigen, dass italienische Motorräder inzwischen nicht nur schön aussehen, sondern auch ziemlich ernst machen können.
Ein erstes kleines Highlight war die Ecke rund um die Teufelshöhle bei Pottenstein. Dort staunten nicht nur Touristen über den nicht enden wollenden Konvoi italienischer Motorräder – auch einige Wanderer blickten etwas irritiert, als plötzlich 50 Guzzis gleichzeitig durchs Tal bollerten. Vermutlich dachte mancher, ein italienischer Staatsbesuch sei unterwegs.
Über Haßlach, Adlitz und Waischenfeld ging es weiter durch eine Bilderbuchlandschaft, bei der selbst eingefleischte Alpenfahrer kurz zugeben mussten, dass die Fränkische Schweiz ziemlich abliefert. In Schressendorf wurde dann traditionell etwas improvisiert: Die Gruppe zog sich wie Kaugummi auseinander, weil irgendjemand unbedingt noch ein Foto machen musste, während andere bereits „nur mal kurz“ den Dynamic-Modus testen wollten.
Natürlich durfte auch der legendäre Zwischenstopp beim Kathi Bräu nicht fehlen. Dort parkten die Guzzis geschniegelt nebeneinander wie bei einer Motorradmesse – nur mit deutlich besseren Geschichten. Bei Schäuferla, Bier und Benzingesprächen wurde analysiert, wer wo zu früh gebremst, zu spät geschaltet oder viel zu optimistisch überholt hatte. Ergebnis: Schuld war grundsätzlich der Vordermann.
Nach der Mittagspause führte die Route weiter über Heiligenstadt, Götzendorf und vorbei am Flugplatz Richtung Wiesenthal. Spätestens dort zeigte sich, dass eine Gruppe aus über 50 Moto Guzzis eine ganz eigene Dynamik entwickelt: Vorne wurde sportlich gefahren, in der Mitte touristisch und hinten diskutierte man vermutlich noch, ob der Reifendruck jetzt besser bei 2,4 oder 2,5 bar liegt.
Am Ende rollten alle wieder grinsend in Obertrubach ein – müde, satt und glücklich. Keine technischen Ausfälle, keine verlorenen Fahrer und erstaunlicherweise auch keine ernsthaften Diskussionen über Kardan versus Kette. Dafür jede Menge Kurven, Gelächter und das sichere Gefühl, dass italienische Motorräder und die Fränkische Schweiz einfach perfekt zusammenpassen.
Und eines wurde an diesem Samstag endgültig bewiesen: Wenn mehr als 50 moderne Moto Guzzis gemeinsam unterwegs sind, klingt das nicht wie ein Motorradtreffen – sondern wie ein italienisches Orchester auf Landstraßentour.
Tag 3
schon wieder die Heimreise
Nach zwei Tagen voller Fachgesimpel, Benzingespräche und jeder Menge guter Laune hieß es am Sonntag leider schon wieder Abschied nehmen. Die eigentliche Veranstaltung lag bereits hinter uns – Freitag und Samstag waren geprägt von tollen Begegnungen, gemeinsamen Essen, vielen Gesprächen und natürlich jeder Menge Motorradleidenschaft. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der gemeinsamen Heimfahrt.
Schon früh am Morgen waren die Guzzis gesattelt und startklar. Zu zehnt machten wir uns auf den Weg und genossen noch einmal das besondere Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein. Nach dem hervorragenden Essen und der tollen Bewirtung in der Alten Post in Obertrubach am Vorabend ging es nun langsam wieder in Richtung Heimat.
Unsere Route führte uns zunächst über Gräfenberg weiter durch Fürth. Und dort wartete sie bereits auf uns: die berühmt-berüchtigte Fürther Ampelschaltung. Man könnte meinen, die wurde eigens dafür gebaut, Motorradgruppen auseinanderzubringen. Aber auch diese Herausforderung meisterten wir mit Humor. Nachdem schließlich alle das versetzte Fahren wieder sauber umgesetzt hatten und wir den morgendlichen Verkehr halbwegs geschlossen überstanden, lief die Fahrt wieder wunderbar entspannt weiter.
Nächstes Ziel war der Dennenloher Stausee. Dort stärkten wir uns noch einmal mit deftiger Hausmannskost – genau das Richtige für hungrige Motorradfahrer. Natürlich durfte auch hier das obligatorische Fachsimpeln nicht fehlen. Es wurde gelacht, erzählt und wahrscheinlich die ein oder andere Geschichte ein wenig ausgeschmückt, wie sich das eben gehört.
Die restliche Strecke bis zum gemeinsamen Verabschiedungspunkt in Aalen verging dann fast wie im Flug. Über Wilburgstetten, Tannhausen und weitere schöne Ortschaften führte uns die Heimfahrt durch herrliche Landschaften und viele schöne Kurven. Dabei zeigte sich erneut das, was unsere Treffen jedes Jahr so besonders macht: gegenseitige Rücksichtnahme, Verständnis füreinander und dieser außergewöhnliche Zusammenhalt unter Gleichgesinnten.
Wenn man bei der Verabschiedung in die Runde blickte, merkte man schnell, dass jeder die vergangenen Tage noch einmal im Kopf durchging. Das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern am Freitag, die vielen guten Gespräche, das gemeinsame Essen, die gemütlichen Abende mit dem einen oder anderen schmackhaften Kaltgetränk und natürlich die gemeinsame Ausfahrt – all das macht diese Veranstaltung jedes Jahr zu etwas ganz Besonderem.
Es geht eben um weit mehr als nur Motorräder. Es geht um Freundschaften, Gemeinschaft und darum, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Genau dieser besondere Geist macht unsere Treffen aus und sorgt dafür, dass man sich jedes Jahr wieder darauf freut.
Deshalb möchte ich mich bei allen Teilnehmern ganz herzlich bedanken. Danke für eure gute Laune, euren Humor, eure Rücksichtnahme und dafür, dass jeder Einzelne seinen Teil zu diesem gelungenen Wochenende beigetragen hat. Ein besonderer Dank geht natürlich auch an unseren Mustafa, der uns das Thema Garantieverlängerung auf seine ganz eigene Art nähergebracht hat – und damit definitiv für einige unvergessliche Momente gesorgt hat.
Wie immer verging die Zeit viel zu schnell. Umso schöner ist die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen. Ich nehme viele tolle Erinnerungen mit, sauge diese gemeinsame Zeit in mich auf und freue mich jetzt schon darauf, euch alle nächstes Jahr gesund und munter wiederzusehen.
Passt gut auf euch auf, kommt immer sicher nach Hause und behaltet euch genau diesen besonderen Zusammenhalt.
PS: Ich sage nur… Eifel!!!
Also macht’s gut bis dahin – wir sehen uns wieder!
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